Die Geschichte des mhc

Bild der alten Konditorei, bevor das mhc im Borgweg 8 eingezogen ist

Der gemeinnützige Verein „Unabhängige Homosexuelle Alternative e. V.“ (UHA e. V.) hat seine Wurzeln in einer engagierten Schwulen- und Lesbengruppe, die am 01. April 1979 ins Leben gerufen wurde. Seit Juli 1982 durfte die UHA e. V. dann endlich eigene Räumlichkeiten beziehen, die wir in einer ehemaligen Bäckerei am Borgweg 8 gefunden haben.

Mit unglaublichem Einsatz und viel gemeinsamer Arbeit haben unsere Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer*innen diese Räume liebevoll in ein lebendiges Kommunikations-, Kultur- und Beratungszentrum für Lesben und Schwule verwandelt. Unser besonderer Dank gilt dem damaligen schwulen Hausbesitzer, der unsere Idee eines solchen Zentrums von Herzen unterstützte. Auch wenn es damals zu Diskussionen mit anderen Mietenden wegen einer Mietminderung kam, hielt er an uns fest – das war ein wichtiges Zeichen!

Die offizielle Eröffnung unseres „Magnus-Hirschfeld-Centrums“ war ein echtes Highlight: Am 14. Mai 1983 feierten wir dies mit einer wundervollen Gala in der Hamburger Musikhalle.

Dieser Tag war der 115. Geburtstag unseres Namensgebers, Dr. Magnus Hirschfeld. Als Arzt und Sexualwissenschaftler setzte er sich mutig und leidenschaftlich für die Rechte von homosexuellen und trans* Personen ein. Er kämpfte für die Straffreiheit homosexueller Handlungen und die gesellschaftliche Gleichstellung. Zudem stellte er mit seiner Theorie der Zwischenstufen die damalige starre, binäre Sichtweise auf Geschlecht und Sexualität infrage und ebnete den Weg für eine breitere Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt.

Auch wenn wir Dr. Magnus Hirschfelds Ansätze aus heutiger Perspektive nicht unkritisch sehen, war er in seiner Zeit eine beispiellose Symbolfigur der Homosexuellenbewegung und ein Pionier in der medizinischen Versorgung von trans* Personen.

Im Laufe der Jahre ist das mhc zu einer wahren Keimzelle für viele wichtige Initiativen geworden:

  • Seit 1983 beleben wir die Stonewall-Aktionswoche mit anschließender Demonstration in Hamburg und feiern unsere legendären CSD-Partys (früher in der Uni-Mensa und im Curio-Haus).
  • 1985 wurde auf unsere Initiative und die anderer Initiativen hin der erste Gedenkstein für homosexuelle Opfer des Nationalsozialismus in einer deutschen Gedenkstätte (KZ-Gedenkstätte Neuengamme) gelegt – ein zutiefst bewegender Moment.
  • 1984 gründeten UHA-Mitglieder die AIDS-Hilfe Hamburg.
  • 1989 riefen die UHA, die Aids-Hilfe und Intervention e. V. gemeinsam das HIV-Präventionsprojekt Hein & Fiete ins Leben.
  • Weitere Entwicklungen aus dem mhc sind unter anderem 1988 der Radiosender Pink Channel, die Bibliothek Schwulenkultur, die Lesbibliothek, die MCC Hamburg, die Kirche (nicht nur) für Lesben und Schwule und die Initiative Welcoming Out.

In seiner jüngeren Geschichte hat unser mhc neue, wichtige Schwerpunkte gesetzt, etwa in den Bereichen Jugend, Qualifizierung und Aufklärung sowie Beratungs- und Akzeptanzarbeit für Trans* Personen und die Hilfe für queere geflüchtete Menschen.

Der Blick auf diese bewegte und erfolgreiche Vergangenheit macht die Zukunft des mhc umso klarer: Wir werden auch weiterhin eine „Keimzelle“ für heutige und künftige lesbische, schwule, bi und trans* Initiativen bleiben – ein Ort der Begegnung, des Wachstums und des Mutes!

2014 haben wir unseren Vereinsnamen offiziell in Magnus-Hirschfeld-Centrum e.V. geändert.

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